June 14th, 2009 | Comments Off | Posted in City Tales, Magical Reality, Spatial Design
Ganz einfach per Fahrstuhl von der Hölle in den Himmel: Das vor kurzem eröffnete Standard Hotel in New York macht möglich, dass etwas so Alltägliches wie die Fahrt in einem Fahrstuhl zur Reise durch Dantes Göttliche Komödie wird.
Von der Lobby bis zum obersten Stock begleitet den Gast ein Video-Wandbild, welches sich – synchron zur Bewegung des Fahrstuhls – quer durch die Reiche des Jenseits bewegt.
Drei Monate Vorbereitung und sechs Wochen Ausarbeitung brauchte der Künstler Marco Brambilla, um aus 400 einzelnen Clips diese eindrucksvolle Video-Collage mit dem Titel Civilization zusammenzustellen. Bei Motiongrapher findet man neben einer hochauflösenden Version des Videos auch Fotos des Fahrstuhls in Aktion.
Via Wicked Halo.
October 8th, 2008 | Comments Off | Posted in City Tales, Magical Reality, Spatial Design

Wie so oft in Berlin: Ein Altbau soll saniert werden, die Menschen müssen aus ihren Wohnungen ausziehen, um den Handwerkern Platz zu machen. In der Torstraße 166 in Mitte hat sich nun vor das Anrücken des Sanierungstrupps ein Kunstprojekt geschoben: Das Haus der Vorstellungen. Zwölf verschiedene Künstler haben sich vorübergehend als Zwischenmieter in den leer stehenden Wohnungen eingerichtet – und das auf unterschiedlichste Art und Weise.
Am besten haben mir dabei die Werke gefallen, die direkt mit den spezifischen Wohnungen und Räumen gearbeitet haben anstatt sie nur als austauschbares Behältnis der eigentlichen Kunst zu nutzen. Plastique Fantastique zum Beispiel füllen die ihnen zugewiesenen Räume mit riesigen weißen Kunststoffblasen, die sich immer wieder ausweiten und schrumpfen und so den Raum einmal fast völlig einnehmen um ihn dann wieder freizugeben und ihn so wie lebendig erscheinen lassen. Chiharu Shiota hat dagegen ihre Wohnung so mit schwarzen Wollfäden durchsponnen, dass die darin arrangierten Gegenstände unerreichbar und damit wie zeitlos konserviert scheinen.
Die Künstler haben das Konzept der ‚Raumgestaltung’ aufgegriffen und in die verschiedensten Richtungen geführt. Was bedeutet Wohnen, was Wohnung? Wie beeinflussen die Maße, Materialien, Gerüche, Geräusche den Raum und damit seine Bewohner?
Oder anders gefragt: Wie unterscheiden sich eine Altbauwohnung und eine genormte 70er-Jahre-Plattenbau-Wohnung in ihrer Wirkung? Das raumlaborberlin wollte es wissen und baute kurzerhand die Plattenwohnung direkt in die Altbauwohnung hinein, mit Original-Grundriss und -Material. Im Vergleich dazu wirken die leeren, cleanen Räumen der Geruchskünstlerin Sissel Tolaas besonders leer und clean, womit sie ihr Ziel erreicht hat: Hier geht es nicht um die offensichtlichen visuellen Eindrücke, sondern um die mehr versteckten Sinnesreize, wie in ihrem Fall die Gerüche, die ebenfalls das ausmachen, was wir als Wohnung bezeichnen.
Der Sponsor des Projekts ist Hornbach, der Baumarkt, was eigentlich nicht weiter schlimm wäre. Doch beim Verlassen des Hauses darauf hingewiesen zu werden, dass es – sinngemäß – nach den ganzen Inspirationen doch auch Zeit für eine kleine Überarbeitung der eigenen Bleibe wäre, gibt dem Ganzen aber schon einen leichten Beigeschmack von Promotionsveranstaltung. Aber so läuft es heute offenbar nun mal. Und die Verbindung passt zumindest in der Wohnung von Franz Höfner und Harry Sachs, die typische Baumarkt-Materialien zu Kunst im Raum umfunktionieren. Sehr eindrucksvoll (und nass): Der Zimmerbrunnen aus je vier Eckbadewannen und Waschbecken.
Eine Hausbesichtigung ist noch bis zum 12. Oktober möglich.
October 1st, 2008 |
| Posted in Egocentricity, Spatial Design

Letzte Woche fand die lang ersehnte Reise ins gelobte Land IKEA endlich statt und ich bin nun stolze Besitzerin eines neuen Betts und eines Sofas.
Doch das Schmuckstück meiner Wohnung kann man ganz sicher nicht bei IKEA kaufen: Der alte Küchenschrank meiner Großtante, den meine Urgroßeltern 1914 gekauft hatten – schon damals gebraucht. Irgendwann dazwischen wurde er beige lackiert, und so sieht er auch heute noch aus – inklusive der vielen kleinen Macken und Abnutzungserscheinungen, mit denen Möbel heute als irgendetwas mit shabby oder vintage bezeichnet werden und oft nur noch für viel Geld zu haben sind.
September 1st, 2008 | Comments Off | Posted in Spatial Design
Und wir mussten gar nicht bis September warten: Letztes Wochenende lag der neue IKEA-Katalog in meinem und vermutlich auch diversen anderen Briefkästen. Seit heute kann man den Katalog aber endlich auch online durchblättern (womit die deutsche Website im internationalen Vergleich vergleichsweise spät dran ist).

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August 24th, 2008 | Comments Off | Posted in Spatial Design, User Experience
Nicht nur ich warte sehnsüchtig auf den neuen IKEA-Katalog, sondern offenbar auch Nils: Auf Warte bis September kann man ihm dabei zusehen, wie er in einem, nun ja, minimalistisch eingerichteten Raum vor seinem Fernseher sitzt und ab und an lautstark telefoniert – denn man kann ihn dort auch anrufen. Das Ganze komplett live und mit wechselbaren Kameraeinstellungen.
Möglich dass auch noch viel mehr passiert bei dieser Kurzversion eines schwedischen Big Brothers, allerdings müsste ich mich erst dazu durchringen, länger als eine halbe Minute dabei zu bleiben. Trotzdem bin ich gespannt, was im September passieren wird, wenn endlich der Katalog da ist (dass es darum geht, habe ich einfach mal aus dem Datum und dem Link zu IKEA.de geschlossen). Hoffentlich wird sich Nils dann ein wenig besser einrichten – das zu verfolgen fände ich sogar interessant – und dann auch nicht mehr ganz so viel fernsehen.