August 2nd, 2009 |
| Posted in City Tales, Magical Reality
Wie konnte es mir nur entgehen, dass im C|O Berlin schon seit dem 25. Juli eine Retrospektive von Pierre & Gilles zu sehen ist?
Das französische Duo – der eine Fotograf, der andere Maler – verwandelt seine bis ins kleinste kitschige Detail inszenierten Studio-Portraits durch Malerei in fantastisch-ästhetische Traumbilder von Matrosen, Gärtnern, Madonnen und anderen katholischen Schwulenfantasien. Einen lesenswerten Artikel über die Ausstellung und Pierre & Gilles im Allgemeinen bietet das art Magazin – übrigens auch als Titelthema der Printausgabe 08/2009.
Wenn ich die beiden Franzosen auch bei der Vernissage verpasst habe, so konnte ich mir gestern immerhin noch ein limitiertes Exemplar des Ausstellungsplakats mit persönlicher Signatur sichern. Und natürlich werde ich mir die Ausstellung selbst auch nicht entgehen lassen. Ich freue mich schon auf viele sehr hübsche und sehr nackte junge Männer vor verträumten Sternenhimmeln. Und hoffentlich sind auch einige der berühmten Starportraits zu sehen, wie beispielsweise das von Madonna oder Kylie Minogue.
Die Ausstellung kann noch bis 4. Oktober 2009 besucht werden.
C|O Berlin im Postfuhramt, Oranienburger Straße 35/36 (Mitte). Öffnungzeiten: täglich von 11 bis 20 Uhr. Eintritt: 7 Euro (ermäßigt 5 Euro).
(Bild: C|O Berlin / Pierre et Gilles / Courtesy Galerie Jérôme De Noirmont, Paris)
October 12th, 2008 |
| Posted in City Tales, Egocentricity, User Experience

Die Berlin Web Week hat begonnen: Dieses Wochenende fand in Berlin das EduCamp2008 statt, ein get-together von Professionals und Interessierten aus dem weiten Feld des eLearnings. Ganz in der Tradition eines BarCamps ist auch das EduCamp eine so genannte Un-Konferenz. Will heißen, jeder ist dazu aufgefordert sich aktiv einzubringen, sei es durch eigene Vorträge, Diskussionen und/oder Berichterstattung via Blogs oder Twitter. Mit meinen Kollegen von BB&K war auch ich vor Ort, mit einem Vortrag zum Thema vertriebsorientiertes eLearning großer Unternehmen in Gepäck (den ich aber nicht gehalten habe).
So trafen wir uns dann auch alle am Samstag Morgen im Erwin-Schrödinger-Zentrum der Humboldt-Universität und stellten direkt dort den Plan für den Tag zusammen. Schon hier wurde deutlich, dass der Schwerpunkt der Vorträge auf dem Bereich eLearning in und für Bildungseinrichtungen lag. Wie nicht zu vermeiden war, überschnitten sich viele interessante Beiträge, zum Beispiel der BB&K-Vortrag mit der Session über Serious Games und der Live-Schaltung zu Graham Attwell, der über PLEs sprach. Letztere beiden habe ich daher leider verpasst.
Die Sessions zeigten einiges Neues und warfen interessante Fragen auf, aber oft hatte ich auch das Gefühl, dass das theoretisch-didaktische Potenzial der Themen nicht völlig ausgeschöpft wurde. Stattdessen fand eine reine Auflistung von Tools und Technologien statt, die für sich genommen in vielen Fällen auch nicht mehr taufrisch sind – wie zum Beispiel viele altbekannte Web 2.0-Formate. Aus diesem Grund hat der Video-Vortrag des eLearning 2.0-Pioniers Stephen Downes leider nicht meine Erwartungen erfüllen können. Auch weil der Fokus so stark auf dem Bereich Lernen in Schulen und Universitäten lag und Corporate Learning nur am Rande angesprochen wurde – und das in erster Linie durch uns – habe ich am heutigen Sonntag auf die weite Reise nach Berlin-Adlershof verzichtet.
Trotzdem hat sich der Besuch des EduCamps gelohnt: Es gab viele interessante Gespräche, spannende Ideen und neue Kontakte zum Rest der deutschen eLearning-Szene. Und auch die lockere, offene Atmosphäre einer solchen Un-Konferenz fand ich sehr anregend. Wie schön, dass es kommendes Wochenende mit dem BarCamp Berlin gleich weiter geht!
October 8th, 2008 |
| Posted in City Tales, Magical Reality, Spatial Design

Wie so oft in Berlin: Ein Altbau soll saniert werden, die Menschen müssen aus ihren Wohnungen ausziehen, um den Handwerkern Platz zu machen. In der Torstraße 166 in Mitte hat sich nun vor das Anrücken des Sanierungstrupps ein Kunstprojekt geschoben: Das Haus der Vorstellungen. Zwölf verschiedene Künstler haben sich vorübergehend als Zwischenmieter in den leer stehenden Wohnungen eingerichtet – und das auf unterschiedlichste Art und Weise.
Am besten haben mir dabei die Werke gefallen, die direkt mit den spezifischen Wohnungen und Räumen gearbeitet haben anstatt sie nur als austauschbares Behältnis der eigentlichen Kunst zu nutzen. Plastique Fantastique zum Beispiel füllen die ihnen zugewiesenen Räume mit riesigen weißen Kunststoffblasen, die sich immer wieder ausweiten und schrumpfen und so den Raum einmal fast völlig einnehmen um ihn dann wieder freizugeben und ihn so wie lebendig erscheinen lassen. Chiharu Shiota hat dagegen ihre Wohnung so mit schwarzen Wollfäden durchsponnen, dass die darin arrangierten Gegenstände unerreichbar und damit wie zeitlos konserviert scheinen.
Die Künstler haben das Konzept der ‚Raumgestaltung’ aufgegriffen und in die verschiedensten Richtungen geführt. Was bedeutet Wohnen, was Wohnung? Wie beeinflussen die Maße, Materialien, Gerüche, Geräusche den Raum und damit seine Bewohner?
Oder anders gefragt: Wie unterscheiden sich eine Altbauwohnung und eine genormte 70er-Jahre-Plattenbau-Wohnung in ihrer Wirkung? Das raumlaborberlin wollte es wissen und baute kurzerhand die Plattenwohnung direkt in die Altbauwohnung hinein, mit Original-Grundriss und -Material. Im Vergleich dazu wirken die leeren, cleanen Räumen der Geruchskünstlerin Sissel Tolaas besonders leer und clean, womit sie ihr Ziel erreicht hat: Hier geht es nicht um die offensichtlichen visuellen Eindrücke, sondern um die mehr versteckten Sinnesreize, wie in ihrem Fall die Gerüche, die ebenfalls das ausmachen, was wir als Wohnung bezeichnen.
Der Sponsor des Projekts ist Hornbach, der Baumarkt, was eigentlich nicht weiter schlimm wäre. Doch beim Verlassen des Hauses darauf hingewiesen zu werden, dass es – sinngemäß – nach den ganzen Inspirationen doch auch Zeit für eine kleine Überarbeitung der eigenen Bleibe wäre, gibt dem Ganzen aber schon einen leichten Beigeschmack von Promotionsveranstaltung. Aber so läuft es heute offenbar nun mal. Und die Verbindung passt zumindest in der Wohnung von Franz Höfner und Harry Sachs, die typische Baumarkt-Materialien zu Kunst im Raum umfunktionieren. Sehr eindrucksvoll (und nass): Der Zimmerbrunnen aus je vier Eckbadewannen und Waschbecken.
Eine Hausbesichtigung ist noch bis zum 12. Oktober möglich.
September 13th, 2008 |
| Posted in City Tales, User Experience

Wie schon im letzten Jahr findet auch im Oktober 2008 die Web 2.0 Expo Europe in Berlin statt, eine dreitägige, internationale Konferenz/Messe mit teilweise hochkarätigen Rednern. Leider liegen die Teilnahmegebühren für die Vorträge in einem Bereich, den meine Portokasse nicht ganz abdeckt, so dass ich noch nicht weiß, ob oder auf welche Weise ich anwesend sein werde. Wenigstens auf der ein oder anderen Geek-Party, hoffe ich.
Doch zum Glück haben sich im Windschatten der Web 2.0 Expo einige weitere Web-Events angekündigt, wie zum Beispiel das EduCamp Berlin, das BarCamp Berlin oder das Girl Geek Dinner. Diese Veranstaltungen sind kostenlos, es wird nur um aktive Teilnahme gebeten. Aber man sollte sich schnell anmelden – das BarCamp beispielsweise ist bereits ausgebucht.
Fast zwei Wochen lang also Web pur in Berlin. Dafür gibt es jetzt auch einen passenden Namen: Berlin Web Week. Diese Plattform liefert gesammelt News und Informationen zu allen Events in der Zeit und sorgt hoffentlich dafür, dass man keine Party verpasst.
[Screenshot von berlinwebweek.de]
July 17th, 2008 |
| Posted in City Tales, Egocentricity, Lifestyle Design

Wenn bei unseren Nachbarn, den Wasabis, hektische Geschäftigkeit ausbricht, auf einmal vor der Tür lange, dünne Mädchen wild in Stadtplänen blättern während hinten im Hof eine Menge etwas weniger lange, dünne Mädchen in ihren kurzen Pausen den Aschenbecher zum Überquillen bringen und wir im Büro immer wieder die gleichen Songs dumpf zu uns hinaufschallen hören, dann kann das nur eins bedeuten: Es ist wieder Zeit für die Berlin Fashion Week!
Heute hat sie begonnen und wie auch im Januar habe ich bis auf das Geschehen hier im Haus nicht viel davon mitbekommen. Ich muss schließlich arbeiten und mein Job hat nichts mit Mode zu tun. Daher hat auch niemand an mich gedacht, als es darum ging, die heiß begehrten Einladungen zu verschicken, ohne die bei den meisten Events gar nichts geht.
Doch glücklicherweise findet auch dieses Jahr die inzwischen schon dritte Auflage von Wedding Dress statt, am Wochenende und eine Einladung braucht man auch nicht. Ich werde mich also zum ersten Mal nach Wedding aufmachen, um mir dort in der Brunnenstraße die jungen, hippen, urbanen Designer und das bunte Treiben drumherum anzusehen – wie beispielsweise die Streetstyle-Show Sunday’s Best. So etwas mag vielleicht nicht ganz so glamourös sein wie die großen Schauen bei der Fashion Week, aber dafür ist es viel mehr Berlin.