Requiem für Baudrillard

March 11th, 2007 | 0 | Posted in Mishmash

Am 6. März ist der französische Medienkritiker Jean Baudrillard im Alter von 77 Jahren gestorben.

Obwohl ich meine Weihnachtsferien und die ersten zwei Wochen im Januar damit verbringen durfe, mit seinem “Requiem für die Medien” zu kämpfen, es zu lesen, zu verstehen und für den Vortrag im Seminar Medientheorien in eine allgemein verständliche Form zu bringen (was mich wahrscheinlich eine bessere Note in der mündlichen Prüfung gekostet hat), war ich doch sehr betroffen, als ich von seinem Tod erfahren habe.

Zusammen mit meinen Referats-Partnern Danny und Sabine habe ich Baudrillard zeitweise verflucht – warum musste er sich auch so wahnsinnig umständlich und hochgestochen ausdrücken – doch irgendwann meinte ich, sein Hauptanliegen verstanden zu haben; eine Idee, die mir selbst gar nicht so fremd war, die ich nachvollziehen konnte. Und da war mir der Mensch Baudrillard schon nicht mehr ganz so fremd.

Aus meinem Fazit zum “Requiem” auf unserem Referats-Handout:

Was Baudrillard will, ist Unmittelbarkeit, Direktheit, ohne Trennung! Denn nur dann kann es Rede mit Antwort geben. Umgekehrt heißt das, dass jede Art von Medium die Antwort verweigert – verweigern muss – da immer etwas zwischen den an der Kommunikation Beteiligten steht und es so per se keine Unmittelbarkeit geben kann.

Baudrillard zu Folge geht also durch Medien – und zwar egal welcher Art – die (physische) Unmittelbarkeit der Kommunikation verloren; oder anders gesagt: die Kommunikation von Angesicht zu Angesicht inklusive nonverbaler Kommunikationssignale, mit all den Synergieeffekten, die dabei entstehen können.

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